Die CDU-Fraktion Bad Homburg kann die Unterstellung des Sozialdezernenten Dieter Kraft, es werde zu wenig für die Unterbringung der Obdachlosen getan, nicht nachvollziehen.

„Zunächst muss man zwischen Obdachlosen und Wohnungslosen unterscheiden“, sagt die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Silvia Argyrakis. „Als obdachlos gelten Menschen, die auf der Straße leben oder an öffentlichen Plätzen wohnen, ohne eine Unterkunft, die sich in Verschlägen, Parks oder unter Brücken etc. aufhalten. Obdachlos sind aber auch Menschen in Notunterkünften, die keinen festen Wohnsitz haben und in Wärmestuben, Notschlafstellen oder anderen niederschwelligen Einrichtungen übernachten. Wohnungslos hingegen gelten Menschen, die in Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie z.B. Übergangswohnheime, Asyle und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen. Wir sprechen hier also von Wohnungslosen. Zudem sind von den 540 Personen, die auf eine günstige Wohnung warten nicht alle Bad Homburger Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Menschen aus dem Umland, die hierher ziehen möchten. Natürlich ist uns bewusst, dass dringend günstiger Wohnraum benötigt wird. Das ehemalige Bündnis hat es versäumt, die angestrebten Projekte entsprechend umzusetzen. In Dornholzhausen wurde zwar gebaut, von preisgünstigen Wohnungen fehlt jedoch jede Spur. Das Projekt Vickers-Areal wurde trotz Ausgleichszahlung i.H.v. 1,7 Mio. Euro nicht umgesetzt. Dieser Millionenbetrag hätte wesentlich sinnvoller investiert werden können“, so Argyrakis.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Jedynak betont: „Die CDU ist sich der Notwendigkeit mehr Wohnraum in Bad Homburg zu schaffen sehr wohl bewusst. Leider wurde in der vergangenen Legislaturperiode eine zukunftsweisende Wohnraumpolitik verschlafen. Daher haben für uns die Umsetzung der Projekte Vickers-Areal und ehemaliges Kreiskrankenhaus oberste Priorität. An beiden Standorten soll preiswerter Wohnraum entstehen, so dass eine gute Durchmischung darstellbar ist. Für den Bau weiterer Obdachlosenunterkünfte sehen wir keinen Anlass. Die Verweildauer von mittlerweile 3-4 Jahren im Obdachlosenheim ist alarmierend und sollte vor allem dem Sozialdezernenten Dieter Kraft zu denken geben. Ein Ruf nach weiteren Unterkünften ist genau das falsche Signal. Es ist nicht Sinn der Sache, Unterkünfte für möglichst viele Personen zu schaffen, vielmehr muss den Personen vor Ort geholfen werden, damit sie schnellst möglich wieder in ein geregeltes Leben zurück finden können. Und hierfür trägt nun mal Sozialdezernent Kraft seit vielen Jahren die Verantwortung. Herr Kraft hat es schlichtweg versäumt, rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zu treffen. Dies zeigt sich auch daran, dass er in den Haushaltsberatungen keinen erhöhten Finanzbedarf angemeldet hat, um die Situation der Zwangsräumungen zu entschärfen“, so Jedynak abschließend.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag