Die jüngsten Äußerungen von OB Korwisi stoßen bei der CDU-Fraktion Bad Homburg auf Kritik. Hintergrund sind die Behauptungen des OB zur Parkplatzsituation um den Bahnhof, die CDU habe hierbei lediglich bekannte Ideen wiederholt.
 
„Ende 2012 hatte die Verwaltung noch kein Konzept, wie die wegfallenden P&R-Parkplätze südlich des Bahnhofs kompensiert werden sollen. Die CDU hat hierzu in den Ausschüssen verschiedene Anregungen gegeben, die dann erst nach und nach durch das Korwisi-Bündnis übernommen wurden“, so der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Wolfram Kister.
 
Auch gegen den Vorwurf des OB, die CDU habe im Zuge der Forderungen nach einer Reduzierung der Parkgebühren keine alternativen Einsparmöglichkeiten aufgezeigt, wehrt sich Kister: „Die Politik bringt Ideen und Vorschläge ein und schafft die Voraussetzungen für deren Umsetzung. Es ist dann Aufgabe der Verwaltung, aufzuzeigen, wo und in welcher Höhe Einsparungen möglich sind.“
 
Des Weiteren bietet eine aktuelle Magistratsvorlage der Verwaltung zu den Stellflächen nördlich und südlich des Bahnhofs Anlass zur Kritik. Hiernach ist geplant, die Parkzone Süd auf den Schaberweg und die Daimlerstraße auszuweiten und die Parkgebühren – neben den genannten Straßen für die Horexstraße und das Vickersgelände – auf 0,50 € pro Stunde bzw. maximal 2,00 € pro Tag festzusetzen. „In allen bewirtschafteten Parkzonen der Stadt hatten wir eine einheitlich günstige Parkgebühr, insbesondere, um den Parksuchverkehr zu verringern. Mittlerweile wächst das Preisgefälle. Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung im Bahnhofsgebiet wird zwangsläufig dazu führen, dass die Parkverkehre zunehmend in die angrenzenden Wohngebiete wie die Berliner Siedlung hineingeführt werden“, befürchtet Kister.
 
Laut Magistratsvorlage soll ferner der Parkplatz an der Benzstraße – ausgestattet mit einer Schrankenanlage für 50.000 € - durch die Kur- und Kongreß-GmbH für eine Parkgebühr von maximal 2,00 € pro Tag für jedermann angeboten werden. „Ein Mischparken von Gelegenheits- und Dauerparkern auf diesem städtischen Grundstück sehen wir als nicht sinnvoll, denn diese Fläche eignet sich doch bereits jetzt, ohne kostenaufwendige Baumaßnahmen wie eine Schrankenanlage, hervorragend für die Schaffung von P&R-Plätzen. Die Parkplätze könnten damit günstig zu bewirtschaften sein und als P&R-Stellflächen wiederum zu günstigen Konditionen den Nutzern von RMV-Zeitfahrkarten angeboten werden. Denn es bleibt dabei, dass die Gebühren für die P&R-Plätze um das Achtfache steigen sollen. Hier müssen wir etwas für die Pendler tun und den Umstieg auf die Schiene attraktiver gestalten“, so Kister.
 
Verhalten reagiert die Union auf die Planungen laut Vorlage, im Zusammenhang mit dem Bau des Move&Groove-Centers auf dem Gelände des ehemaligen Posthofes ein oberirdisches Parkhaus mit 400 Stellplätzen errichten zu wollen. „Grundsätzlich begrüßenswert ist die Schaffung von zusätzlichem Parkraum nördlich des Bahnhofs. Die Aussage in der Vorlage vermittelt allerdings eher den Eindruck, fiktive Parkflächen schaffen zu wollen, um die Bürger und die Politik zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu beruhigen. Dass nun auf einmal ein oberirdisches Parkhaus auf einem Teil der Fläche, für die noch vor wenigen Monaten das Move&Groove-Center samt Tiefgarage angekündigt war, vorgesehen ist, zeigt das deutlich“, so Kister. Für ihn steht zunächst die konkrete Planung im Vordergrund, damit am Ende mit seriösen Zahlen gearbeitet werden kann.

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