Mit Unverständnis haben der Stadtverband Bad Homburg und der Kreisverband Hochtaunus der Jungen Union (JU) die offizielle Absage des grünen Bad Homburger Oberbürgermeisters Korwisi an die Planungsgesellschaft des Hochtaunuskreises zur Kenntnis genommen. Es sei sehr bedauerlich, dass Korwisi anscheinend kein Interesse an der Entwicklung konkreter Lösungsansätze habe, die eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssituation ermöglichten, so der Vorsitzende der Jungen Union im Hochtaunuskreis, Mathias Völlger.

„Den Bad Homburger Beschluss für eine lärmemissionsärmere längere Variante dazu zu nutzen, den Tunnel an sich für unfinanzierbar zu erklären, ist reine Verhinderungstaktik“, kritisiert Völlger. Wenn für Bad Homburg eine kurze Tunnelvariante nicht akzeptabel sei, müsse sich die Stadt selbstverständlich an den Mehrkosten angemessen beteiligen. „Bad Homburg kann sich nicht krampfhaft einer sinnvollen Lösung versperren, die für die Bürger von Dornholzhausen und Pendler aus dem Usinger Land eine Erleichterung mit sich bringen würde. Wir müssen als Kreisstadt mehr Verantwortung übernehmen und uns klar für den PPR-Tunnel aussprechen“, kommentiert auch der Vorsitzende der CDU-Nachwuchsorganisation in der Kurstadt, Oliver Jedynak, Korwisis Absage an die Gesellschaft.

JU in Kreis und Stadt kritisieren unisono, dass der Oberbürgermeister die Tunnellösung als ‘unnötig‘ abtue, ohne selbst ein hinreichendes Konzept anzubieten. „Korwisi beharrt weiterhin auf einer Umbauvariante für die PPR-Kreuzung, die bereits in der Machbarkeitsstudie 2005 als „nicht möglich“ bewertet und in den kritischen Bereichen Leistungsfähigkeit und Stadtbild mit dem Urteil „sehr schlecht“ versehen worden ist“, äußert auch Roland Mittmann, Mitglied des Bad Homburger Verkehrsausschusses und Referent für Kommunalpolitik und Regionalentwicklung der JU Hessen, sein Unverständnis. „Von einem Fraktionsvorsitzenden in der Verbandskammer des Regionalverbandes würde man erwarten, dass er sich für die gesamte Region einsetzt, anstatt nur das vermeintliche Wohl seiner eigenen Stadt im Blick zu haben.“

Des Weiteren stößt die Forderung des Oberbürgermeisters, die Mehreinnahmen aus der Kreisumlagenerhöhung in den Aufbau maroder Schulen in der Kurstadt zu investieren, bei der JU auf Kritik: Noch im Wahlkampf hatte die Kreispartei der Grünen das Schulbauprogramm von Landrat Ulrich Krebs als zu teuer bewertet, nun versuche man die Schulbauausgaben als Argument gegen die Planungsgesellschaft zu verwenden. Weiterhin reiße man die Diskussion vollkommen aus dem Zusammenhang: „Sicherheit und Bildung – das sind die Bereiche die sich immer gut anhören. Korwisi versucht hier vom eigentlichen Thema abzulenken, für das er keine Lösung hat“, so Völlger.

In Bad Homburg habe sich der Hochtaunuskreis im Rahmen des Schulbauprogramms zudem bereits stark engagiert. Insgesamt wurden bislang rund 771 Mio. € im Rahmen des Schulbauprogramms investiert, davon allein rund 110 Mio. in Bad Homburg. So gesehen habe der Hochtaunuskreis bislang bereits mehr Geld in die Bad Homburger Schulen investiert als der – laut Korwisi – unbezahlbare Tunnel höchstens kosten würde.

Oliver Jedynak bringt die Kritik der JU auf den Punkt: „Korwisi soll klar sagen, was er will: Die Menschen aus dem Usinger Land sollen weiterhin jeden Morgen und jeden Nachmittag im Stau stehen – auch die, die in Bad Homburg arbeiten und damit zum Wohlstand der Stadt beitragen!“

„Der PPR-Tunnel ist existenziell für alle Bewohner des Usinger Landes. Tag für Tag stehen seine Bewohner auf dem Weg zur Arbeit und zum Einkaufen unnötig im Stau und verlieren so viel Zeit, nur weil einige Linksbündnis-Politiker aus Bad Homburg keinen Tunnel möchten“, erklärt der Wehrheimer JU-Vorsitzende Sebastian Sommer.

Die Junge Union appelliert daher an die Bad Homburger Stadtverordneten, sich aktiv für die Lösung des auf ihrer Gemarkung befindlichen Verkehrsproblems einzusetzen und einen Beschluss zum Beitritt in die Infrastrukturgesellschaft zu fassen, damit der seit schon lange überfällige PPR-Tunnel endlich gebaut werden kann.

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