Gar nicht mal so jugendlich findet die Junge Union (JU) Bad Homburg die Kommunalwahlliste der SPD zur Stadtverordnetenversammlung.

"Wir freuen uns ja, dass die SPD unserer Mutterpartei darin gefolgt ist, jungen Leuten bei der Kommunalwahl eine Chance zu geben, müssen aber feststellen, dass nur die wenigsten davon eine ernsthafte Aussicht darauf haben, auch wirklich ins Parlament einzuziehen", erklärt JU-Vorsitzender Roland Mittmann. Die SPD verfügt momentan über acht Sitze in der Stadtverordnetenversammlung - der zweite Juso-Kandidat steht auf Platz 9, die verbleibenden folgen auf Platz 13 und 17. Die CDU mit ihren gegenwärtig 21 Sitzen tritt dagegen mit fünf JUlern unter den ersten 15 an - sechs unter den ersten 21, neun unter den ersten 30. "Das ist echte Nachwuchsförderung", so Mittmann. Über die vergleichsweise zahme Juso-Forderung, einen Platz in jedem Fünferblock zu erhalten, kann er daher nur den Kopf schütteln: "Ich hoffe nur, den Jusos war dabei auch bewusst, dass die SPD bei den letzten vier Kommunalwahlen in Bad Homburg konsequent Stimmen verloren hat - mittlerweile ein Viertel ihrer Wähler."

Doch damit ist es für die JU nicht getan: "Der Altersdurchschnitt der SPD-Liste von 55 Jahren zeigt, wie wenig attraktiv die SPD für jüngere Menschen ist. Vier junge Menschen auf einer Liste von 36 können darüber nicht hinwegtäuschen." Rechne man die vier heraus, stelle man fest, dass der Mittelwert der übrigen Liste am Wahltag 60 Jahre betrage. "Somit kann sich die AG 60plus der SPD mit Sicherheit nicht über mangelnde Vertretung auf der Liste beklagen." Das Durchschnittsalter auf der CDU-Liste liege hingegen bei 49 Jahren - ohne die Plätze ab 50, die nicht auf dem Wahlzettel erscheinen, gar nur bei 47 Jahren. Auch die Länge der Liste spreche eine klare Sprache zur "Volkspartei" SPD: Trotz 282 Mitgliedern - bloß 36 Bewerber (2006 waren es noch 37) konnte die SPD für ihre Liste gewinnen, im Gegensatz zu 63 bei der CDU.

Einen kleinen Trost hat die Junge Union dennoch für die Jusos: Zumindest die Chancen, in die SPD-Fraktion später noch nachzurücken, seien groß - schließlich seien von den acht SPD-Stadtverordneten, die nach der Kommunalwahl im Parlament saßen, heute nur noch drei übrig. Stutzig stimmen solle sie aber dennoch, dass seitdem bereits sechs SPD-Stadtverordnete und -Nachrücker abgesprungen seien - mindestens drei davon erklärtermaßen aus politischen Gründen.

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