Seit dem Jahr 2008 verfügt die Stadt Bad Homburg über ein sogenanntes "Jugendforum". Ziel dieses Forums war es, eine Kontaktfläche zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Politik entstehen zu lassen und somit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7–11 eine Plattform zu bieten, damit sie sich mit Themen des öffentlichen Lebens auseinandersetzen und ihre Ideen und Anregungen an die Stadtverordneten tragen können. Seit längerer Zeit hat man weder von Seiten der Stadt noch von Seiten der Presse Informationen zum Jugendforum erhalten, sodass sich die Junge Union Bad Homburg (JU) über den aktuellen Planungsstand des Jugendforum informieren wollte.    

Aus diesem Grund stellte der JU-Vorsitzende und Stadtverordnete Oliver Jedynak in der letzten Stadtverordnetenversammlung am 28.06.2012 die Anfrage, wie die weiteren Planungen zur Durchführung des Jugendforums aussehen. Sozialdezernent Dieter Kraft (GRÜNE) beantwortete die Anfrage und erklärte, dass im Schuljahr 2011/ 2012 kein Jugendforum stattgefunden habe und frühestens im Jahre 2013 mit einer Fortsetzung gerechnet werden könne, da sich die zuständige Mitarbeiterin zuerst in Mutterschutzzeit befunden und nun fachbereichsintern eine andere Aufgabe zugewiesen bekommen habe.

Die Junge Union Bad Homburg zeigt sich sehr beunruhigt darüber, wie Jugendpolitik unter der Führung des Korwisi-Bündnisses in den Hintergrund rückt. "Dass Jugendliche in unserer Stadt die Lust verlieren, sich aktiv zu engagieren, ist gut nachvollziehbar: Wenn Dieter Kraft als Sozialdezernent während der Stadtverordnetenversammlung sagt, dass es vertretbar sei, ein Jugendforum kurzfristig auch mal ausfallen zu lassen, ist das wirklich eine große Enttäuschung für die aktiven Schülerinnen und Schüler, vor allem wenn man bedenkt, dass eine solche Veranstaltung nur einmal im Schuljahr stattfindet. Durch unsere Anfrage wird mal wieder deutlich, dass die Jugend sehr weit hinten auf Herrn Korwisis Prioritätenliste steht!", so Jedynak. Die JUler zeigen kein Verständnis dafür, dass das Jugendforum im vergangenen Schuljahr ausfallen musste. "Herr Kraft kann doch nicht glaubhaft sagen, dass es innerhalb der Stadtverwaltung nur eine Mitarbeiterin gibt, die eine solche Veranstaltung leiten kann. Im ersten Jugendforum waren rund 300 Schülerinnen und Schüler aktiv, im letzten nur noch 30. Anstatt eine Lösung für das Problem zu erarbeiten, wird anscheinend lieber gar nichts gemacht", merkt die stellvertretende JU-Vorsitzende Annalena Gebhard an.

Mit der Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung ist das Thema für die Junge Union keineswegs vom Tisch: Im ersten Jugend-, Sozial- und Sportausschuss nach der Sommerpause werden die JUler die Thematik erneut aufgreifen und einen Antrag stellen, dass ein Vertreter der Schülerinnen und Schüler mit Rederecht in den Ausschuss geladen wird. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler gewahrt bleiben, meint Jedynak.

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