In einer Pressemitteilung äußert sich die Junge Union Bad Homburg (JU) zu den jüngsten politischen Entwicklungen in Bad Homburg: „Vor einem Monat noch mokiert sich die SPD darüber, bei der CDU sei völlig unklar, wen sie als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken wolle, auf einmal heißt es in einer von ihrem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden mit unterzeichneten Presseerklärung, das Bürgermeisteramt sei vor der Wahl CDU-intern schon längst verteilt worden. Weiß bei der SPD die linke Hand nicht, was die rechte tut, oder werden die Dinge einfach immer nur so gedreht, wie es gerade passt? – Im Gegenteil: Wenn die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN ihren Mann, die SPD-Vorsitzende ihren Lebensgefährten mit einem hauptamtlichen Posten versorgen will, wie könnte man da nicht von Postengeschacher sprechen?“, fragt JU-Vorsitzender Roland Mittmann. Auch der zurückgetretene NHU-Vorsitzende Hans-Peter Schäfer stelle schließlich zu Recht fest, dass es dem selbsternannten „Bündnis für Bad Homburg“ – das ja auch erklärt, nicht auf eine Koalition, sondern auf wechselnde Mehrheiten setzen zu wollen – an inhaltlichen Gemeinsamkeiten fehle. Sein Ziel könne also nur die Besetzung von Posten sein, wie es die Parlamentssitzung am vergangenen Donnerstag bereits gezeigt habe.

Besonders eindrucksvoll habe sich der Herrschaftsanspruch der neuen Mehrheit in der süffisanten Nichtbestätigung von Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) manifestiert. Nicht allein, dass so unabhängig von der fachlichen Qualifikation Platz gemacht werden sollte für politisch genehmeres Personal, nein, in ihrem Machtrausch habe die neue Parlamentsmehrheit es nicht einmal nötig gehabt, sich zu ihrem Handeln – sei es in der Presse oder im Parlament – zuvor auch nur mit einem Wort zu äußern. „Wer so handelt, legt das Verhalten, das er kritisiert, damit selbst an den Tag. Alles Gerede von einem neuen partnerschaftlichen Umgang der Fraktionen miteinander hat sich damit bereits vorab als Luftnummer erwiesen“, stellt JU-Stellvertreter Oliver Jedynak fest.

„Auch wir und insbesondere unsere sechs JU-Stadtverordneten hatten uns nach der Kommunalwahl sehr einen offeneren Kommunikationsstil zum Wohle unserer Stadt Bad Homburg gewünscht“, erklärt er weiter. Nachdem aber der CDU bereits unmittelbar nach der Wahl von den neuen Mehrheitsfraktionen – von den einen heftiger, von den anderen weniger heftig – die Tür vor der Nase zugeschlagen worden sei, gebe die über die Presse kommunizierte „Einladung“ zur „sachorientierten Politik gemeinsam mit dem ‚Bündnis für Bad Homburg‘“ doch Anlass zur Verwunderung. „Wer wirklich mit uns reden möchte, der ist auch weiterhin gerne dazu willkommen. Unsere Telefonnummern sind bekannt“, setzt JU-Vorsitzender Mittmann ein abschließendes Zeichen für den Dialog und fügt an: „Unsere JU-Stadtverordneten werden sich auch weiterhin dafür einsetzen, Anträge nach dem Inhalt und nicht nach der Couleur des Antragstellers zu bewerten.“ Gleiches erwarte die JU aber auch von den Vertretern der anderen politischen Jugendorganisation im Parlament.

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