In der letzten Stadtverordnetenversammlung am 17. September 2015 wurde mehrheitlich beschlossen, dass die Verwaltung alle im Stadtgebiet befindlichen leerstehenden Gebäude, welche sich im öffentlichen Besitz befinden, auf Nutzungsfähigkeit für die Unterbringung von Flüchtlingen überprüfen soll.

Dass Stadtrat Dieter Kraft (Grüne) nun in den Gebäuden auf dem Areal des ehemaligen Bundesausgleichsamtes die besten Gegebenheiten für eine Flüchtlingsunterkunft sieht, ist für die CDU-Fraktion vollkommen unverständlich.

Hierzu der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Jedynak: „Offensichtlich war Herr Kraft noch nicht persönlich vor Ort um sich ein Bild von den Gegebenheiten auf dem Gelände des Bundesausgleichsamtes zu verschaffen. Anders lässt sich seine Aussage nicht interpretieren. Natürlich ist es richtig und wichtig, dass gemäß des Antrages der Stadtverordnetenversammlung alle in Frage kommenden Gebäude auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden, aber das ehemalige Bundesausgleichsamt ist nun wirklich völlig abwegig.“

Ein Gebäude wird teilweise von den Schülerinnen und Schülern des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums genutzt. Oliver Jedynak ist die Situation vor Ort bestens bekannt. Er selbst war ehemaliger Schüler und Schulsprecher des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums. „Die Raumproblematik ist mir noch aus Schulzeiten bekannt. Die Schulleitung versucht jeden Raum sinnvoll zu nutzen der ihr zur Verfügung steht. Daher ist die Schule auf diese Räume angewiesen. Zudem erachten wir eine gemeinsame Unterbringung von Schülern und Flüchtlingen in einem Gebäude als äußerst problematisch und sehen den Nutzungskonflikt. Die anderen Teile des Gebäudes sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Kosten für eine Instandsetzung wären unverhältnismäßig hoch. Auch die ehemaligen Baracken kommen als Unterkunft nicht in Frage. Diese Räume wurden bereits aufgrund der Raumnot des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums als mögliche Unterrichtsräume geprüft. Die Prüfung hat jedoch ergeben, dass die Gebäude nicht bzw. nur unter einem erheblichen Kostenaufwand saniert werden könnten. Eine menschwürdige Unterbringung von Flüchtlingen sehen wir hier unter keinen Umständen gegeben. Daher wird sich die CDU-Fraktion ganz klar gegen eine Nutzung des Bundesausgleichsamts als Unterbringung für Flüchtlinge aussprechen, zumal noch andere Standorte in Bad Homburg zur Prüfung ausstehen. Zunächst jedoch sollte die Kapazität des ehemaligen Kreiskrankenhaus vollständig geprüft werden, bevor Statements à la Dieter Kraft an die Presse gegeben werden“, so Jedynak.

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag