Wachgeküsst aus 100jährigem Dornröschenschlaf - so präsentierten sich bei strahlendem Sommerwetter am Sonntagnachmittag große Teile der landgräflichen Gartenlandschaft, die als grünes Gesamtkunstwerk wiederentstehen soll.

Auf Einladung der CDU Bad Homburg fuhren zwei Planwagen bis auf den letzten Platz gefüllt vom Gotischen Haus zunächst zum Forstgarten, und von dort entlang der Prinzengärten bis zum Englischen Garten. Die Organisatorin, Frau Barbara Jessen, hatte Herrn Hölz, den ehemaligen Leiter des Stadtplanungsamtes, für die fachkundige Führung der bunt gemischten Gruppe gewinnen können. Vom Schlosspark bis zum Limes eine schnurgerade (Tannenwald-)Allee - so legten Landgraf Friedrich V. und Landgraf Friedrich VI. die Grundachse für die daran aufgereihten Gärten und Parkanlagen.

Aber es sind vor allem drei starke Frauen, die Landgräfinnen Elisabeth, Louise und Caroline und ihre Liebe zur Gartenkunst, so eröffnete Herr Hölz, denen wir die Gartenanlagen verdanken. Das Ende des Landgrafengeschlechtes markiert den Beginn des Verfalls und das Zuwachsen der Parks bis zur Unkenntlichkeit. Verwunschen,versumpft, verwildert.

Viel Engagement, viel Geld und noch viel mehr Recherchen waren nötig, um so erfolgreich mit der Wiederherstellung zu beginnen. Mittels Georadar beispielsweise konnte man die Verdichtungen früherer Kutschenwege orten, alte Wege rekonstruieren. Die "Kämpen" des Forstgartens - also die Baumzuchtfelder - wurden wiederhergestellt, der Teich, historische Azaleen und Tulpenbäume liegen wieder frei. Ausflügler genießen die romantischen Partien um den Teich mit dem kleinen Teehäuschen. Die Pferdewagen verlangsamten die Zeit und führen entlang des kleinen Tannenwaldes schließlich zu den verschlungenen Fußwegen durch den Englischen Garten. Hand aufs Herz - sind Sie dort schon einmal gewesen? Kennen Sie das Landgrafendenkmal von 1930 oder den kleinen Eiskeller im Tannenwald, der gerade restauriert wird?

"Tragen Sie den Geist der Landgräflichen Gärten weiter!", verabschiedete sich Herr Hölz unter großem Applaus von der begeisterten Gruppe, die einen wunderbaren Nachmittag und das Buch von Gerta Walsh und Stella Junker-Mielke zur Gartenlandschaft mitnahm.

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