Die CDU-Stadtverordnetenfraktion äußert sich zu den jüngst vorgebrachten Forderungen des ADFC Hochtaunus und Bad Homburg/Friedrichsdorf.

"Mit der im Dezember beschlossenen Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes sind wir auf dem richtigen Weg zu einer fahrradfreundlicheren Stadt. Uns ist jedoch wichtig, dass wir dabei mit Augenmaß vorgehen und keine radikale Umgestaltung zulasten anderer Verkehrsteilnehmer betreiben. Die radfahrfreundliche Umgestaltung Bad Homburgs kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Bei der jüngsten Diskussion über das Vickers-Areal, in dem über 100 Pkw-Stellplätze zugunsten des Radverkehrs entfallen werden, ist das deutlich geworden. Eine noch größere Umverteilung von Verkehrsraum mit einem Schlag wäre unverhältnismäßig gewesen!", erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Oliver Jedynak.

Dr. Roland Mittmann, Verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erläutert dazu: "Die aktuelle Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes wurde von einem auf Radverkehr spezialisierten Planungsbüro entworfen, anschließend unter voller Einbindung des ADFC diskutiert und vor gerade einmal einem Dreivierteljahr beschlossen. Jetzt ist darum nicht der richtige Zeitpunkt, neue Forderungen auf den Tisch zu legen. Der ADFC hätte sich intensiver bei der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes einbringen müssen, anstatt jetzt Alleingänge zu starten."

Der ADFC ist naturgemäß Experte für eine sichere Gestaltung von Radverkehrsanlagen. Seine Gedanken eignen sich darum hervorragend dafür, sie in die Diskussion im Zuge der Erstellung der nächsten Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes in einigen Jahren einzubringen. Aber auch gegen eine Prüfung der ADFC-Forderungen im Zuge der Umsetzungsplanung der im Radverkehrskonzept festgehaltenen Maßnahmen ist nichts einzuwenden. Unsere Aufgabe ist es jedoch, auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick zu behalten. Das mühevoll erarbeitete Konzept werden wir daher nicht umwerfen. Im Gegenteil: Wir freuen uns, dass nun kontinuierlich Maßnahmen daraus umgesetzt werden", so Mittmann weiter.

"Einige der Vorschläge des ADFC schießen aber auch für die Zukunft übers Ziel hinaus. So wären die geforderten baulich getrennten Radverkehrsanlagen in allen Straßen mit einer Regelgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h an vielen Stellen aus Platzgründen gar nicht, nur unter Einschränkungen für ÖPNV oder Fußgänger oder aber unter Fällen des Baumbestandes möglich. Das kann der ADFC selbst nicht wollen", schließt Mittmann.

Zu der Forderung nach einem für den Radverkehr allozierten Betrag von 3 Mio. € im kommenden Doppelhaushalt führt Jedynak aus: "Wer einen solchen Betrag fordert, der muss auch sagen, bei welchen anderen freiwilligen Leistungen und Maßnahmen er die entsprechenden Kürzungen vornehmen will. Nicht vergessen werden darf zudem, dass schon jetzt bei nahezu allen größeren Straßenbaumaßnahmen Verbesserungen für den Radverkehr mit umgesetzt werden - so etwa beim Vickers-Areal. Die tatsächlich bereits für den Radverkehr ausgegebenen und im Haushalt noch eingestellten Mittel sind daher wesentlich höher als vom ADFC angenommen. Auch ist die Stelle der Radverkehrsbeauftragten erst kürzlich von einer halben auf eine ganze Stelle aufgestockt worden - weiteres Personal für den Radverkehr könnte nur zulasten anderer Aufgaben der Stadt gewonnen werden."

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag