Wie sieht die Zukunft des Bad Homburger Kurhauses aus? - Diese Frage wurde in den letzten Tagen im Lichte der Feierlichkeiten zu „100 Jahre BAD“ unter anderem in der Presse häufiger aufgeworfen. Angesichts der Tatsache, dass in den nächsten Jahren voraussichtlich 20 bis 30 Millionen Euro in das Kurhaus investiert werden müssen, ist in den Augen der CDU eine grundsätzliche und breit angelegte öffentliche Auseinandersetzung über dessen Zukunft geboten. „Es gilt, gemeinsam mit der Kur- und Kongress-GmbH sowie den Miteigentümern Taunus Sparkasse und Maritim-Hotel – und natürlich gemeinsam mit den Menschen in Bad Homburg – ein tragfähiges Konzept für das Herzstück unserer Kurstadt zu entwickeln“, erklärt Thorsten Bartsch, Vorsitzender der Bad Homburger CDU.

 Aus diesem Grund möchte die CDU in den kommenden Wochen und Monaten mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und über mögliche Ideen und Konzepte diskutieren. „Dazu haben wir unter www.historisches-kurhaus-badhomburg.de eine Internetseite eingerichtet, auf der wir unsere Idee vorstellen und die Bürgerinnen und Bürger um ihre Meinungen und Vorschläge bitten“, so Bartsch weiter. Bereits 2006 hatte die CDU dieses Thema aufgegriffen und unter anderem eine Rekonstruktion von Form und Fassade des historischen Kurhauses kombiniert mit einem attraktiven und modernen Innenleben als eigene Idee vorgestellt. „Es war unser Ziel gewesen, einen Denkanstoß zu geben, wie wir die Chancen, die das Kurhaus-Areal für unsere Stadt bereit hält, zukünftig besser nutzen zu können“, erklärt Bartsch. „Schon damals hatten wir die mittel- und langfristige Perspektive betont, da mit der Entwicklung des alten Landratsamtes und des Bahnhofs bereits zwei Großprojekte vor uns lagen. Mittlerweile ist das ‚Louisen-Center’ gebaut und der ‚Kulturbahnhof’ im Entstehen, außerdem wird der Sanierungsbedarf immer dringlicher – Zeit also, das Augenmerk wieder auf das Herzstück unserer Stadt zu lenken und an den Kern unserer Idee von 2006 anzuknüpfen“, so Bartsch weiter.

Zu seinen Glanzzeiten war das Kurhaus wichtiger Identifikations- und Treffpunkt des Homburger Lebens und ein Magnet für Besucher. „Wir könnten uns vorstellen, die Attraktivität des Kurhauses zu steigern, indem man eine Rekonstruktion von Form und Fassade des historischen Vorgängergebäudes mit einem modernen Innenleben kombiniert - gerade auch in Bezug auf die Kongress- und Tagungsfunktion. Darüber hinaus könnten einzelne, besonders wertvolle historische Räume rekonstruiert werden“, skizziert Bartsch die Idee der CDU. Denkbar ist auch ein großer Ballsaal, der den Charakter der verschiedenen kleinen Säle aus damaliger Zeit aufgreift und Tagungen, Veranstaltungen und Feiern ein würdiges Ambiente verleiht. Taunussparkasse und Kurtheater könnten – wie heute auch - in den Gebäudeflügeln repräsentative Räume finden. Stilvolle Geschäfte und ein schönes ‚Kur-Café’ könnten im Erdgeschoss einziehen. Für den Kurhausvorplatz könnte man ebenfalls die historische Gestaltung wieder aufgreifen und auf diesem Weg mehr Grün in die Louisenstraße bringen. Insgesamt würde ein Kurhaus im ‚historischen Kleid’ wieder näher an die Louisenstraße heranrücken und damit mehr in das Leben der Flaniermeile mit einbezogen. Dies  käme den Geschäften im Kurhaus und der gesamten Fußgängerzone zugute – ein wichtiger Impuls für Bad Homburg als Einkaufsstadt. Darüber hinaus würde ein verbessertes Angebot an modernen Tagungsräumlichkeiten die Bedeutung des Kongressstandortes stärken und sich damit positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auswirken.
 
Bezüglich der Finanzierung eines solchen Projektes sieht die CDU gute Chancen, dass auch private Investoren gewonnen werden können. „Die Rekonstruktion des Palais Thurn und Taxis sowie der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Altstadt zwischen Dom und Römer in Frankfurt, aber auch ähnliche Maßnahmen in anderen deutschen Städten zeigen, dass für Bauprojekte mit einer attraktiven Kombination aus historischen Werten und modernen Inhalten auch private Gelder zur Entlastung der Öffentlichen Hand akquiriert werden können“ erklärt hierzu CDU-Fraktionschef Alexander Hetjes.. Dabei kommen sowohl  größere Beträge von Investoren als auch kleinere Summen von einzelnen Privatpersonen, die sich zum Beispiel über Stiftungen beteiligen wollen, zum Tragen. „Gerade die Immobilienwirtschaft hat unlängst erkannt, dass in der Aktivierung des historischen Potenzials von Städten große Zukunftschancen liegen und Akzeptanz und Identität gestärkt werden. Dies kann auch für Bad Homburg eine Perspektive sein: Eine Stadt, die stolz ist auf ihre große Tradition, ihr Flair als Kurstadt und ihre hohe Lebensqualität!“ so Hetjes weiter.
 
„Egal, welcher Weg am Ende der Diskussion eingeschlagen wird: Ziel muss es sein, das Kurhaus in den kommenden Jahren unter nachhaltigen Aspekten wieder zukunftsfähig zu machen. Es gilt, ein pulsierendes Herz zu schaffen, das für die Menschen in unserer Stadt ein Anziehungspunkt ist, das mit modernsten Tagungsräumen unseren Kongressstandort stärkt, das unsere Einkaufsstraße weiter aufwertet, um angesichts des zunehmenden Wettbewerbs in der Region als Einkaufsstadt mit überregionaler Anziehungskraft weiterhin bestehen zu können, das zugleich eine Brücke schlägt zwischen Tradition und Moderne und das dem Kurpark ein entsprechendes Entree verleiht“, fasst Bartsch abschließend zusammen.
  
 

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