Die Kritik der FDP am Stadtentwicklungsprojekt „Bad Homburg 2030“ sorgt in den Reihen der CDU-Fraktion für Verwunderung und lässt vermuten, dass die FDP den Prozess für die Entwicklung des Konzepts nicht verstanden hat. Das Ziel der Stadtentwicklung sieht vor, den komplexen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und räumlichen Dynamiken mit vorausschauenden Planungen und Konzepten zu begegnen. Hierbei liegen die Schwerpunkte auf der integrativen Betrachtung aller bedeutenden Themen wie Mobilität, Umwelt, Stadtbild sowie Wohnen und Leben. Um die beabsichtigte Entwicklung bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus aufzuzeigen, werden die unterschiedlichen Interessen zusammengeführt und Prioritäten sowie Grenzen ausgelotet. Hierbei sind vorher auferlegte Denkverbote kontraproduktiv.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Jedynak erläutert: „Wir freuen uns, dass der Entwicklungsprozess hervorragend angenommen wird. Noch nie hatten wir so eine hohe Bürgerbeteiligung. In der Liste der von den Bürgern genannten Defizite in Bad Homburg liegt das Thema „Wohnraum“ auf Platz 3, direkt hinter den Themen „Radverkehr“ und „öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV)“. Somit ist es nur folgerichtig, dass die Stadt ihre Hausaufgaben bei den Themen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, erledigt. Es ist bemerkenswert, dass das an der FDP wohl vorbeigegangen ist. Es ist offensichtlich, dass Dr. Pietzke an dem letzten Stadtforum nicht anwesend war, denn dort wurden diverse städtebaulichen Projekte präsentiert – von Einfamilienhausbebauung bis hin zu höheren Wohngebäuden.“
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Dr. Roland Mittmann stellt dazu ergänzend fest: „Dass die FDP ein ‚durchdachtes Radwegekonzept‘ vermisst, ist absurd. Ein solches ist in den letzten anderthalb Jahren mithilfe eines Planungsbüros entstanden und steht kurz vor dem Abschluss. Besser hätte man dem beim Bürgerdialog für das Stadtentwicklungskonzept meistgenannten Wunsch nach einer ‚fahrradfreundlichen Stadt‘ nicht Rechnung tragen können! Auch die Politik konnte sich einbringen. Die FDP hat davon allerdings auffällig wenig Gebrauch gemacht. Auch beim Thema ‚optimierter ÖPNV‘, welches auf Platz 2 der Bürgerwünsche rangiert, lässt die Haltung der FDP zu wünschen übrig. Wenn sie es mit ihrem Lippenbekenntnis ernst meint, dass die Stadt sich für bessere Mobilität einsetzen sollte, dann sollte sie dringend ihre ablehnende Haltung zur U2-Verlängerung überdenken. Spannend, dass sie dieses Thema mit keiner Silbe nennt und nicht wenigstens vermeintliche Alternativen aufzeigt.“
„Es ist schon sehr verwunderlich, dass die FDP bemängelt, dass der ISEK-Prozess in eine falsche Richtung läuft. Schließlich wurde sie zu allen Sitzungen der internen ISEK-Lenkungsgruppe eingeladen, in denen konkrete Maßnahmen und das weitere Vorgehen im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes ausführlich besprochen werden. Die FDP hätte den ISEK-Prozess also von Anfang an aktiv mitgestalten können, leider ist jedoch kein FDP-Vertreter zu den Sitzungen der Lenkungsgruppe erschienen. Sich jetzt in der Öffentlichkeit zu beschweren, ist äußerst schwach. Auch bei den Fachdialogen in der Englischen Kirche, zu denen u.a. alle Vertreter der Ortsbeiräte, und mithin auch der FDP mit persönlichem Schreiben eingeladen waren, war keine Präsenz der FDP zu verzeichnen. Das übergeordnete Ziel, eine gemeinschaftlich von Politik und Bürgerinnen und Bürgern diskutierte und abgestimmte Stadtentwicklung zu entwerfen, wird somit von der FDP konterkariert“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Jedynak abschließend.

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