"Lebenslanges Lernen" (LLL) - so lautet der Titel des europäischen Bildungsprogramms, zu dem der Schwalbacher Europaabgeordnete Thomas Mann (CDU), Vizepräsident des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, bei der Jungen Union Bad Homburg (JU) referierte. LLL gliedert sich in vier Einzelprogramme: Comenius (Schulbildung), Erasmus (Hochschulbildung), Grundtvig (Erwachsenenbildung) und Leonardo da Vinci (Berufsbildung) und möchte Austausch, Zusammenarbeit und Mobilität innerhalb Europas fördern, um so zu einer fortschrittlichen, wissensbasierten Gesellschaft beizutragen.

Mann berichtete zunächst vom Bologna-Prozess, im Rahmen dessen innerhalb der letzten elf Jahre ein einheitlicher Hochschulraum als Grundvoraussetzung für einen effektiven Austausch von Studenten, Lehrkräften und Wissenschaftlern geschaffen worden sei. Kernmerkmale seien die Überführung der Studiengänge in das einheitliche System von Bachelor und Master sowie die Einführung eines Leistungspunktesystems.

Während das Comenius-Programm den Austausch von Schülern, Lehrern und Lehramtsstudenten ermögliche, sei das Erasmus-Programm, an dem seit 1987 allein 2,2 Millionen Studierende teilgenommen hätten, sicherlich das bekannteste. Es umfasse nicht nur den Austausch von Studenten, sondern auch von Lehrkräften und unterstütze auch die grenzüberschreitende inhaltliche Zusammenarbeit von Universitäten. Dass der Auslandsaufenthalt zu 100 % in den Studiengang der Heimatuniversität integriert werden können müsse, sei erst durch den Bologna-Prozess so voll ermöglicht worden. Wichtig zu wissen sei auch, dass die Hochschulen die zur Verfügung stehenden Gelder frei aufteilen könnten, um so wenigen Studenten eine gute Förderung oder vielen Studenten eine geringere Förderung zuteilwerden können zu lassen.

Darüber hinaus berichtete Mann noch vom Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR), in dessen Rahmen etwa deutsche Eigenheiten wie der Meisterbrief oder das duale Ausbildungssystem in Relation zu anderen europäischen Systemen gestellt werden, sowie vom das Atlantis-Programm zum Bildungsaustausch zwischen Europa und den USA. Besondere Erwähnung fand auch sein Einsatz für das geplante europäische Leistungspunktesystem für die berufliche Aus- und Weiterbildung ECVET, das ab 2012 in Kraft treten soll.

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